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Spex Nr. 375 - WUT- Ein Gefühl spaltet die Popwelt (Juli/August 2017) - inkl. Spex CD #138

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Groove Ausgabe Juli/August 2016 Vinyl Special

 

Beschreibung

Details

SPEX No. 375, die Juli/August-Ausgabe 2017 – inklusive der SPEX-CD 138 mit zwölf Titeln.

Weitere Informationen, Ergänzungen sowie ausgewählte Texte fauf www.spex.de.

TITEL

SCHWERPUNKT: WUT & WIDERSTAND
ANGER IS AN ENERGY

Die alte John-Lydon-Weisheit mag immer noch gelten. Nur: Wie viel von dieser Energie geht in die Hose? Worauf richtet sich die Wut? Wohin mit dem Hass?
In Zeiten, in denen der Widerstand gegen das Establishment in einer absurden Wendung oft genug die Bewahrer des Ewiggestrigen an die Spitze der politischen Macht bringt, sind auch Musik, Kunst und Mode nicht zwangsläufig in einem progressiven Sinn wütend und widerständig. Die aktuelle Misere hat im Gegenteil genau damit zu tun, dass Zorn, Wut und Hass auch mit den Mitteln der Popkultur nach rechts kanalisiert werden.
Was tun? Wir lassen Grizzly Bear Wände einreißen, sprechen mit alten Punks und den Stimmen der Revolution, mit politischen Künstlern und Fast-Fashion-Gegnerinnen, bitten Rapper und Sprach- wissenschaftler um ihre Meinung und stellen einer ganzen Reihe an Kulturschaffenden von Beth Ditto über Gudrun Gut und Ho99o9 bis zu Algiers die entscheidende Frage: Is Anger An Energy?

GRIZZLY BEAR: „Er hat in vielen das Monster geweckt“
Text – Alexis Waltz
Fotografie – Alexander Straulino
Was ist das Gegenteil von Rock’n’Roll? Grizzly Bear. Mit so barocken wie filigranen Songs zwischen Indie, Folk und Klassik hat die US-Band gründlich aufgeräumt mit Lederjacken-Rebel-Chic. Dennoch entwickelte sich Leadsänger Ed Droste zum Exponent einer politi-sierten Musikszene, egal ob er sich Taylor Swift oder Ivanka Trump vorknöpft. Beim Gespräch in Berlin macht Droste die zornigen Ansagen, die man auf dem neuen Album Painted Ruins nur zwischen den Zeilen hört.

PEGIDA-POP: Hirn ausschalten, Bier aufmachen!
Text – Georg Seeßlen
Fotografie – Kevin Fuchs
Pop ist durchlässig, offen, saugfähig wie ein Schwamm. Er taugt als Beleg für die These einer verblödenden Kulturindustrie genauso wie als emanzipatorische Kraft. Und als völkische Propaganda. Ständig wird darum gekämpft, wer die Felder von Musik und Mode wie besetzt. Einige Überlegungen zum immer währenden, aktuell verschärften kulturellen Grabenkrieg – feat. Helene Fischer und Antonio Gramsci.

Wahlverwandtschaften No. 19 – TED GAIER VS. TORSUN: „Die Schweine platthauen reicht nicht“
Text – Marcus Staiger
Fotografie – Andy Kania
Man kann die Schnauze wirklich voll haben dieser Tage, keine Frage. Torsun Burkhardt hat sie voll, aber sowas von. Mit dem aktuellen Album seiner Punkband Egotronic macht er eine klare Ansage: Keine Argumente! „Deutschland, Arschloch, fick dich“, heißt es da. Diskutieren is nich. Trotzdem hat Burkhardt (Standort- bestimmung: irgendwo zwischen bewegungslink und antideutsch) sich in Berlin-Kreuzberg mit Ted Gaier (Selbstdefinition: Individualanarchist und Utopist) von den Goldenen Zitronen und dem aktivistischen Kollektiv Schwabinggrad Ballett zusammengesetzt, um darüber zu streiten, was es bedeutet, heute in diesem Land links zu sein.

EMEL MATHLOUTHI: Die niemals Furcht zeigen
Text – Ulrich Gutmair
Fotografie – Adrian Mesko
Erst war sie Metal-Fan, dann die Stimme der Jasminrevolution. Die tunesische Musikerin Emel Mathlouthi hat bewiesen, was für eine Kraft ein kleines Lied haben kann. In ihrer Heimat wurde ihre Musik nicht mehr öffentlich gespielt. Sie kämpft jetzt in New York für eine neue Freiheit arabischer Worte.

HALIL ALTıNDERE„Ich kuratiere die Wut“
Text – Elisabeth Kimmerle
Fotografie – Cyril Schirmbeck
Die Lebensrealität von Halil Altındere ist die Gefahr. In einem Land, in dem freie Meinungsäußerung zunehmend beschnitten und riskant wird, äußert er sich so kämpferisch und politisch wie eh und je. Die Werke des in Istanbul lebenden Künstlers erzählen vom Rap-Wider- stand in der Türkei, dem Geist der Gezi-Proteste und von Syrern im Weltall.

TANSY HOSKINS: Mode gegen das System
Text – Tansy Hoskins
Protokoll – Annika Reith
Fotografie – Studio Likeness
Vor drei Jahren ist Das antikapitalistische Buch der Mode von Tansy Hoskins auf Deutsch erschienen. Die Geschwindigkeit der Modeindustrie hat seitdem noch zugenommen, aber es gibt auch gute Nachrichten. Die britische Journalistin fasst die Protestmöglichkeiten gegen Fast Fashion zusammen. Mit den derzeit angesagten Statement-Shirts haben die nichts zu tun. Eher mit der Weltrevolution.

EMA: „Nach unten treten ist das Letzte“
Text – Sandra Grether
Fotografie – Alicia Gordon
Ihre Songs sind wie ein dreifacher Frontal-Crash: von Pop, Drones und Gitarrenkrach. Durch ihre Texte weht ein Hauch Existentialismus, Genialität und der unbedingte Wille, ihre Stimme zu erheben. Es liegt auf der Hand, dass die aus South Dakota stammende Erika M. Anderson alias EMA eine politische Künstlerin ist. So sehr, dass sie sich manchmal eine Auszeit davon wünscht.

ROCK FUCKS: Der Weg vom Disco-Backlash zum Trump-Whitelash
Text – Klaus Walter
Fotografie – Studio Likeness
Ist Hedonismus schuld am Untergang des Abendlandes? Political Correctness eine Diktatur? Beyoncé das Establishment? Es gibt eine lange Tradition, sich mit den Mitteln von Pop gegen die Werte von Pop zu stellen. Ein Blick zurück auf Plattenverbrennung, Rock-Regression und Ronald Reagan. Und auf Donald Trump im Studio 54.

Wie wir lesen wollen No. 2 – NOAM CHOMSKY: Alles für uns selbst, und nichts für andere
Text – Noam Chomsky
Sternstunden für Noam Chomskys Hauptbeschäftigung seit mehr als
50 Jahren: Wo andere längst aufgegeben haben, immer neue Superlative für den Irrsinn zu erdenken, wird er nicht müde, die US-amerikanische Politik mitsamt Rechtsruck, Rassis-mus und Plutonomie zu sezieren. In seinem neuen Buch Requiem für den amerikanischen Traum erklärt der Sprachwissenschaftler und politische Denker die Geschichte der sozialen Ungleichheit in den USA anhand von zehn Prinzipien. Das vierte verrät SPEX in einem exklusiven Vorabdruck.

JOEY BADASS & SHABAZZ PALACES & BIG BOI: United States Of Amurderkkka
Text – Dennis Pohl
Fotografie (Joey Badass) – Katharina Poblotzki
Gelacht wurde kaum bei den Gesprächen mit Joey Badass, Ishmael Butler von Shabazz Palaces und Big Boi. Dafür geht es um zu viel. Police brutality gegen Minderheiten nimmt zu, Gleichmacherei und Rassismus florieren, Gerechtigkeit wird zum Treppenwitz. Kurz: Die Freiheit steht auf dem Spiel. Und Pop schaut zu. Doch das könnte sich ändern: Im US-amerikanischen Rap und R’n’B formiert sich ein neues Bewusstsein, das die Basis einer internationalen Protestkultur bildet. Die Denkschulen sind verschieden: Der 22-jährige New Yorker Rapstar Badass holt zum Rundumschlag gegen ein von innen verfaultes System namens „Amerikkka“ aus, während Butler in Seattle zu den intellektuellen Waffen im Kampf gegen „Amurderca“ ruft und Big Boi als aus Georgia stammendes Outkast-Urgestein weiterhin von der verbindenden Kraft der Musik überzeugt ist. Einig sind sich alle in einem Punkt: Den Worten müssen Taten folgen. Eine kleine oral history zum Status der United States.

MUSIK / FILM

RICHARD DAWSON: Heavy
Text – Arno Raffeiner
Fotografie – Kuba Ryniewicz
Die Paarung Mann und Gitarre wurde lange nicht so gründlich zerlegt wie von Richard Dawson. Nach einigen Platten mit Berserker-Folk hat der passionierte Kauz und Einzelkämpfer aus dem nordöstlichsten Zipfel Englands jetzt ein geradezu soziales Werk aufgenommen: Peasant zeichnet das Panorama einer Gesellschaft, die am Ende ist, aber noch hofft, warum und worauf auch immer. Dawson lud viele Freunde zum Mitmusizieren ein – und SPEX zu sich nach Hause: in eine Welt ohne Konturen, aber mit Umzugskartons und Zauberkräften.

CATHERINE CHRISTER HENNIX: Kein Klang kann ihr entkommen
Text – Tim Caspar Boehme
Fotografie – Laura Gianetti
Sie gehörte vier Jahrzehnte lang zu den bestgehüteten Geheimnissen der Minimal Music: Die schwedische Komponistin und Mathematikerin Catherine Christer Hennix wurde für ihre Drones konsequent ignoriert. Was sie nicht daran hinderte, ihren Weg gegen alle Widerstände fortzusetzen. Jetzt endlich entfaltet sich die Wirkung ihrer Musik: die Macht psychotroper Frequenzen.

LAUREL HALO: Gib dem Affen Sternenstaub
Text – Aram Lintzel
Fotografie – Arcin Sagdic
Laurel Halo hat es darauf angelegt, sich jeder Eindeutigkeit zu entziehen. Die Musik der Beinahe-Detroiterin, die heute in Berlin lebt, aber nie da ist, erzählt von den flüchtigen Stadien der Ort- und Zeitlosigkeit. Alles ist schwer zu greifen. Wie sie selbst. Aktueller Aggregatzustand: Dust. So heißt Halos viertes Album voller in Jazz-Nebel aufgelöster Techno-Ideen. Erstmals seit ihrem umjubelten Debüt singt sie wieder. Will aber nicht darüber sprechen. Und nicht gesehen werden.

KEVIN MORBY: Atemlos durch die Macht
Text – Dennis Pohl
Fotografie – Kevin Fuchs
Er ist der einsame Wolf in den kalifornischen Bergen. Der solitäre Wanderer im Häusermeer von New York. Und der einmalige Singer-Songwriter, dessen Ankunft Bob-Dylan-Adepten und Lou-Reed-Epigonen seit Jahrzehnten fürchten. Die drei Alleinstellungsmerkmale verdankt Kevin Morby dem denkbar einfachen Anspruch, dem seine Musik verpflichtet ist: Er will unsere Zeit dokumentieren. Er will der Angst vor all dem Bockmist ins Gesicht sehen. Und er will es wissen.

FLEET FOXES: Der kleine Gatsby
Text – Daniel Gerhardt
Fotografie – Dennis Schoenberg
Abseits von beer pong, bong rips und sonstigen Frat-boy-Ritualen gibt es ein Studentenleben, das wie gemacht scheint für den Songwriter Robin Pecknold. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs schrieb er seiner Band eine Pause ins Hausaufgabenheft und sich selbst auf einer Eliteuni ein. Vier Jahre später kehren Fleet Foxes mit altbekanntem Folkrock und neuer Weltgewandtheit zurück. Ihr drittes Album Crack-Up besteht mithilfe von F. Scott Fitzgerald und Michael Jackson auch polyrhythmische Idiotentests.

Vorspiel für DIAMANDA GALÁS: „Badass muss besser recherchieren"
Text & Musikauswahl – Annika Reith
Collage – Richard Savini
Diamanda Galás hat einen neuen Toningenieur. Der alte kann sie nach zehnjähriger Zusammenarbeit nicht auf ihrer Europatour begleiten, bei der sie Jazz- und Blues-Stücke sowie Gedichte mit Todesthematik dekonstruiert und neu interpretiert. Für die Performancekünstlerin, politische Aktivistin, Avantgardepianistin und Fast-vier-Oktaven-Sängerin ein Graus – sie ist äußerst präzise Arbeitsweisen gewohnt und fordert, mit ebensolcher Sorgfalt behandelt zu werden. Weshalb sie sich viel Zeit nimmt, um Details aus ihrem Werk zu erklären. Immerhin geht es um ein gut 50-jähriges Œuvre.

JASNA FRITZI BAUER: Von der Liebe gefickt
Text – Jennifer Beck
Jasna Fritzi Bauers Leben ist der bessere Trip. In Axolotl Overkill, der Verfilmung des Eine-Pille-geht-noch-Romans Axolotl Roadkill von Helene Hegemann, gibt die Schweizer Schauspielerin einmal mehr überzeugend sich selbst. Obwohl: Sie ist jetzt erwachsen und schluckt nicht mehr alles.

EINKLANG
Neues aus Musik, Theater, Literatur, Film

Mit: Aldous Harding, Susanne Kennedy, Art Feynman, Radiohead, Bonaventure, Jakob Nolte, The Get Down & Vinyl, Umfang, Arcade Fire 

KOLUMNEN

Der Rote Planet
Robert Misik analysiert den Status Quo der modernen Linken
Die totale Trumpheit
ILLUSTRATION: Patrick Klose

Pofalte
Holger In't Veld schreibt über die Abgründe des täglichen Ernährungswahnsinns
Ad nauseam
ILLUSTRATION: Patrick Klose

Taxi für Rützel
Aus den Speakern der Droschke offenbart sich Anja Rützel die Welt
Im schamfreien Geschmacksraum
ILLUSTRATION: Patrick Klose

KRITIKEN

Album der Ausgabe: Algiers The Underside Of Power

Außerdem Rezensionen zu Phoenix, Haim, Sparks, Washed Out, Nadine Shah, Institute, Andreas Dorau, Der Plan, Kraftwerk, Mura Masa, Neu Geben, Chastity Belt, Zoot Woman, Hans-Joachim Roedelius & Arnold Kasar, Terrence Dixon, Quindar, Sufjan Stevens, Nico Muhly, Bryce Dessner, James McAlister, Japanese Breakfast, Beth Ditto, Laibach, JFR Moon, Siavash Amini, Broken Social Scene, Waxahatchee, Faber, Katie von Schleicher, Lea Porcelain, Joanne Pollock

XXXVI – von Diedrich Diederichsen
Mattin, Trophies, Anne La Berge, Phallus Dei, Brötzmann/Leigh

Present Shocks – Elektronische Musik zur Zeit mit Kristoffer Cornils
Evelina Domnitch, Dmitry Gelfand, Techno Studies. Geschichte und Ästhetik elektronischer Tanzmusik, Robert Henke, Achim Szepanski und Andrzej Steinbachs

Gegenwartskunde – Popwelt mit Klaus Walter
Zaire 74, Jace Clayton, Omar Souleyman

Punchzeilen – Rap mit Marcus Staiger
SXTN, PTK, Audio 88,

Odyshape – Selten gehörte Musik mit Joachim Ody
Tony Conrad, Arve Henriksen, Mondkopf

Filmkritiken
Die Verführten, Der Tod von Ludwig XIV., Der Ornithologe

Buchkritiken
Jeremy Reed Beach Café, McKenzie Wark Molekulares Rot, Orlando Crowcroft Rock In A Hard Place

PERSPEKTIVE

IM RHYTHMUS DER SONNE: Pop und Religion in Dakar
Text und Fotografie – Florian Sievers
In Senegal hat der Islam die Popmusik Mbalax geprägt wie in den USA das Christentum den Soul. Die genuin senegalesische Musikkultur wirkt bei einem Besuch in der Hauptstadt Dakar, der Heimat von Youssou N’Dour und Ndagga Rhythm Force, äußerst lebendig. Muslime mit Dreadlocks feiern Straßenpartys, der Glaube steckt im Kern eines jeden Hits. Und doch droht Mbalax auszusterben.

SPEX CD 138
Zusammenstellung – Daniel Gerhardt
Fotografie – Karoline Kaemling

1. Kevin Morby – „1234“
2. EMA – „Aryan Nation“
3. Andreas Dorau – „Das Bist Nicht Du“
4. Broken Social Scene – „Hug Of Thunder“
5. Japanese Breakfast – „Machinist“
6. Richard Dawson – „Weaver“
7. Waxahatchee – „Never Been Wrong“
8. Der Plan – „Man leidet herrlich“
9. Chastity Belt „Different Now"
10. JFR Moon – „Swim“
11. Shabazz Palaces – „30 Clip Extension“
12. Institue – „Exhibitionism“

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