Groove Nr. 168 - Honey Dijon (September/Oktober 2017)

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Groove Ausgabe Juli/August 2016 Vinyl Special

Titelgeschichte

Honey Dijon: House Music All Life Long

Honey Dijon gehört zu den aktuell gefragtesten House-DJs. Sie spielt nicht nur in den renommiertesten Clubs, sondern wählt auch die Musik für Modeschauen einiger Luxushäuser aus. Und sie befindet sich an einer Schnittstelle, an der sich die Diskurse über Gender, Rassismus und Sexismus kreuzen. Mit ihrer Arbeit und Präsenz erinnert sie daran, dass die Dance-Kultur ursprünglich mal ein von queeren schwarzen Menschen für andere queere Menschen geschaffener Zufluchtsort war. Nun erscheint ihr erstes Album.

Porträts und Features

Reportage: Tiflis. Eine Generation im Aufbruch

Am östlichsten Ende von Europa, zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus, hat sich in den letzten Jahren eine der fortschrittlichsten Szenen für elektronische Clubmusik entwickelt. Die junge Technogeneration hat in zu Clubs umgebauten Schwimmbädern und Brückenpfeilern ihre eigene alternative Realität geschaffen, in Abgrenzung zu einer traditionell konservativen Gesellschaft, in der Homophobie und Gefängnisstrafen für Drogenkonsum noch immer alltäglich sind. Ein Besuch in Tiflis.

Szene Kiew: Nastia. „Die neue Generation in der Ukraine ist sehr neugierig.“

Die Ukrainerin Nastia legt seit 2005 auf, damals noch unter dem Namen DJ Beauty. Als 2009 ein YouTube-Video viral geht, das sie während eines Gigs beim Kazantip-Festival exzessiv beim Tanzen zeigt, ändert sie ihren DJ-Namen und Auflegestil. Seitdem ging es für sie auch ohne eigene Produktionen steil nach oben. Neben einer wöchentlichen Radioshow veranstaltet sie auch das jährliche Strichka-Festival in Kiew. Im Gespräch hat sie uns verraten, was die ukrainische Szene momentan so interessant macht.

Blitz Club: Die Anlage ist der Star

Der Blitz Club in München ist so etwas wie ein Konzertsaal für Tanzmusik und die Anlage ist sein Star. Monatelang wurde hier, auf der Museumsinsel, der Raum auf das Akustik-Erlebnis hin optimiert – mithilfe von Akustikern, Architekten und Schreinern. Doch der audiophile Aufwand dient letztlich nur einem Ziel, so Mitgründer David Muallem: „gemeinsam zu tanzen.“

Rødhåd: Klangmensch und Techno-Spurenleser

Sein dubbiger, vielschichtiger, fast schon filmischer Sound hat Rødhåd zu einem der erfolgreichsten Techno-DJs gemacht. Als Oberhaupt der Dystopian-Crew erzeugt der Berliner ein düsteres Klangbild, das mit dem Zukunftsoptimismus früherer Technogenerationen bricht. Auf seinem Debütalbum wendet er sich vom Dancefloor ab und entwickelt die erzählerischen Qualitäten seiner gewaltigen Soundscapes weiter.

Music From Memory: Die neue Offenheit

Music From Memory hat mit Ambientplatten von Gigi Masin oder Suso Sáiz frischen Wind in die Clubszene gebracht. Es wäre aber zu kurz gegriffen, das Amsterdamer Label in ätherischen Stilschubladen abzulegen. Music From Memory feiert die Entdeckung unbekannter, aber brillanter Musik – und spürt diese mit den Ohren von Menschen auf, die im Club groß geworden sind. Dabei balanciert das Label seine rastlosen Digger-Ambitionen mit einer rigorosen Qualitätskontrolle aus.

Radio Slave: Zurück aufs Skateboard

Radio Slave glaubt an die Zukunft der House Music wie kaum ein anderer Act der Szene, und zugleich ist er ein unverbesserlicher Fanboy und Digger. Nach einer gesundheitlichen, geschäftlichen und musikalischen Krise besinnt sich Matt Edwards mit seinem Debütalbum zum ersten Mal in seiner langen Karriere ganz auf sich selbst.

Shanti Celeste: „Berlin hat mich mehr beeinflusst, als ich nicht dort gelebt habe“

„You Give Me Good Feeling“ – den warmen, gut gelaunten Housetrack von Maurice Fultonspielt Shanti Celeste nicht nur gerne in ihren Sets, er ist auch eine passende Kurzfassung sowohl für ihre Musik als auch ihre Person. Die in Bristol geprägte Künstlerin ist pure positive Energie. Im Interview erzählt sie, warum sie ihre musikalische Heimat Richtung Berlin verließ, was die Vorteile einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne sind und wobei ihr Glückspegel am höchsten ausschlägt.

Bicep: Lernen vor Publikum

Vom Musikblog auf den Mainfloor: Mit Hits wie „Just“ avancierte das Belfaster Duo Bicep in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten House-Acts. Wie das Plattensammeln ihre Produktionen prägt und welche Tracks sie lieber nie geteilt hätten, erzählen die beiden im Interview.

Chloé: Souvenirs für die Zukunft

Ende der Neunzigerjahre begann Chloé in der Pariser Undergroundszene mit dem Auflegen. Fernab ihrer von Minimal Techno und Electro gefärbten DJ-Sets und Clubproduktionen entwickelte sie sich als Albumkünstlerin allerdings in eine ganz andere Richtung. Auf ihrem Drittling Endless Revisions versammelt Chloé nun so viele Gäste wie nie zuvor, klingt aber so eigen und eigentümlich wie eh und je.

Außerdem: Gestalter: MFO/Marcel Weber, Fotostrecke: Watergate; Zeitgeschichten: Robert Görl / DAFClubsteckbrief: Kalif Storch (Erfurt); Letzte Fragen: Maya Jane ColesVeranstaltungenHotze

Warm-Up

AufmacherMagical MysteryLabel: Die OrakelA DJ’s DJ: DJ Deep über Lil‘ LouisKurzporträts: Phase Fatale, Underspreche, Pan Daijing; Am Deck: Claire Morgan (Berlin); Pinnwand; Mein Plattenschrank: James Lavelle (Unkle); Kolumne I Care Because You Don’t: Soundcloud erlebt seinen MySpace-Moment; Meine Stadt: Andy Butler über Gent; Reaktionen; Film: Conny Plank. The Potential Of Noise

Technik

Studiobericht: Sebastian MullaertMaking-of: Mount Kimbie über „Blue Train Lines“; Technik-Reviews: Roland / SE-02 (Analog-Kooperation von Roland mit Studio Electronics im Boutique-Format), Magix Soundforge Pro 3 Mac (Audioeditor für Mac OS), Tenage Engineering PO-32 Tonic (Drum-Synthesizer im Taschenrechner-Format)

Reviews & Charts

Top 30DJ-ChartsPlatten der Ausgabe (Album: Radio Slave – Feel The Same(Rekids); Compilation: Permanent Vacation X Ten Years Label Anniversary (Permanent Vacation); Singles: Beck / Nash / Reyenga, Byron The Aquarius, Nina Kraviz, Smagghe & Cross), TonträgerDJs empfehlen: John Daly, DJ Speculator alias Willie Burns

Groove CD 77

01. Denis Mpunga & Paul K. – Funyaka (Androo’s Romantic Dub)
02. Radio Slave – Draw
03. Shanti Celeste – Selector
04. Chloé – The Dawn
05. Davis – Reverse Fault
06. JASSS – Weightless
07. Rødhåd – Escape
08. Benedikt Frey – Push
09. Honey Dijon feat. Charles McCloud – Personal Slave (Drum Machine Mix)
10. DAF – Der Räuber und der Prinz

Zusammenstellung: Thilo Schneider
Cover-Gestaltung: MFO/Marcel Weber

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