JUICE Nr. 156 - Marteria (Januar/Februar 2014) - inkl. JUICE CD #121

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Juice

DIE THEMEN DER JUICE-AUSGABE #156
 
Titel: Marteria – Nächstes Level Geschafft
Der Umhang aus grünem Samt hängt im Schrank, die lila Wolken haben sich verzogen. Jetzt geht es wieder ums Ganze, das Große im Kleinen. In den vergangenen Jahren hat sich Marten Laciny ausgetobt und ausprobiert, stand auf unzähligen Bühnen, ist viel gereist und hat mit den Toten Hosen an ­»Ballast der Republik« geschrieben. Erst danach war die Zeit reif für eine dritte Marteria-Platte. Es ist eine ­Fortsetzung geworden: »Zum Glück in die Zukunft 2«. Wir sprechen mit dem Rostocker ausführlich über seine Vision für diese Platte, das Wetteifern um Länderpunkte seinem Seelenverwandten, dem Fotografen Paul Ripke, und seine privaten Ziele und Träume.
 
Snoop Dogg & Dam-Funk – Roger & Elvis
Das wichtigste zuerst: Snoop Lion heißt jetzt Snoopzilla. Unter diesem Moniker hat Calvin Broadus mit der modernen Funk-Koryphäe Dam-Funk eine kurze, aber sehr gute Platte namens »7 Days Of Funk« aufgenommen. Der letzte, dem die Ehre zuteil wurde, ein komplettes Album des großen Snoop zu produzieren, war damals, vor einer halben Ewigkeit war das, ein gewisser Dr. Dre. Heißt: Dieses Projekt hier ist etwas Besonderes und mutmaßlich mehr als eine Randnotiz in der langen Karriere einer der größten Ikonen der HipHop-Welt. Das weiß man auch bei Stones Throw, der zuständigen Plattenfirma, die die ungleichen, aber immerhin gleichaltrigen Brüder im Geiste dazu verdonnert hat, einen Tag lang mit europäischen Journalisten zu sprechen. Es folgt eine Audienz bei den selbsternannten Rettern des Funk.
 
Max Herre – Live En Directo
So ein »MTV Unplugged« ist ein Ritterschlag, quasi die offizielle Anerkennung des eigenen Schaffens als außerordentlicher Beitrag zur Popkultur. Nicht umsonst liest sich die kurze Liste deutscher »Unplugged«-Künstler wie ein Who-Is-Who der ganz Großen: Grönemeyer, Lindenberg, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Die Fantastischen Vier, Sido. Dass Max Herre sein »MTV Unplugged/KAHEDI Radio« nun als eine Art popkulturelles Statussymbol vor sich hertragen wird, darf jedoch stark bezweifelt werden. Der jüngst mit »Hallo Welt!« zurück ans MC-Mic gesteppte Freundeskreis-Frontmann, Deutschrap-Pionier und Allround-Musiker hat vielmehr die Chance genutzt, das Ding musikalisch wie konzeptionell so liebevoll und gekonnt über die Bühne des Berliner Funkhauses Nalepastraße zu bringen, dass es selbst in der Riege der eingangs Genannten deutlich hervorsticht. Ein Freundeskreis-Best-Of auf der Klampfe? Nein. Das ist viel mehr.
 
Childish Gambino – Thank You Based Gamb
Donald Glover ist einer dieser Typen, denen alles zuzufliegen scheint. Kurz nachdem ihm 2009 der »Writers Guild of America«-Award für seine Arbeit als Drehbuchautor bei »30 Rock« verliehen wird, schmeißt er hin. Anstatt sich anschließend auf einen Beruf zu konzentrieren, wandert der mittlerweile 30-Jährige in den vergangenen Jahren zu Zwecken des Broterwerbs konstant auf mehreren Karrierepfaden: Schauspielerei in Hollywood, Stand-up-Comedy in den großen Hallen des Landes und ein nicht minder erfolgreiches Rapper-Dasein als Childish Gambino. Karriereleiter? Glover sieht seinen Lebenslauf als Kletterwand – er selbst ist Spiderman. Sicherung? Kein Bedarf. Fallhöhe? Wen kümmert’s?
 
Left Boy – It Was All A Dream
Left Boy ist ein bisschen wie Willy Wonka. Dieser Typ, dem im Kinderbuchklassiker »Charlie und die Schokoladenfabrik« eben jene Schokoladenfabrik gehört. Exzentrisch, extrovertiert in seiner Introvertiertheit, perfektionistisch, irgendwie dennoch sympathisch und umgeben vom süßen Leben. Ferdinand Sarnitz aka Left Boy hat Ähnlichkeiten mit dieser literarischen Figur. Obwohl der Zylinder fehlt.
 
Evidence über Step Brothers – Ein riesiger Mittelfinger für alle
Man könnte meinen, Evidence und Alchemist scheren sich einen Dreck um ihre Hörerschaft. Das stimmt auch – zumindest, wenn sie sich privat zu Hause treffen, gemeinsam abhängen, kiffen und dabei Musik machen. Genau das machen die beiden Seelenverwandten und Beinahe-Nachbarn schließlich schon seit ihrer Schulzeit. Auch wenn der eine mittlerweile als Eminems Tour-DJ auftritt und der andere sowohl mit der Dilated-Peoples-Crew als auch solo Erfolge feiern konnte – in ihrer Freizeit geben sie sich immer noch hemmungslos den absurdesten Sounds und aberwitzigsten Samples hin. Ohne die Absicht, jemals etwas davon zu veröffentlichen, nehmen sie nur zum Spaß ein paar Tracks auf und scheißen dabei einen gepflegten Haufen auf herkömmliche Songstrukturen oder Hörgewohnheiten. Komplett ohne kommerzielle Hintergedanken.
 
Sylabil Spill
Sylabil Spill unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Protagonisten der hiesigen Rap-Landschaft. Zum einen geht er seine Sache unglaublich kompromisslos an: Vermarktungsstrategien und der ganze andere geschäftliche Klimbim, mit dem man sich als Rapper vermeintlich auseinandersetzen muss, interessieren ihn einen Scheiß. Er nimmt einen Beat, battlerappt darauf und platziert das Ergebnis auf Tonträgern; wenn es sich anbietet, dreht er ein Video dazu – in dem man in der Regel kaum mehr sieht als den furchteinflößend dreinblickenden Sylabil Spill, wie er über einen Beat battlerappt. Und noch etwas unterscheidet ihn ganz grundlegend von seinen Kollegen: Man weiß kaum etwas über ihn. Weder postet er irgendwelche Befindlichkeiten auf Facebook, noch plaudert er in Interviews darüber. Wie es um sein ewig angekündigtes Soloalbum »Stein & Zwiebel« steht, darüber konnte man nur spekulieren. »Ehrlich gesagt, hatte ich das Album schon vor den EPs mit Morlockk und DJ Ara komplett fertig, hatte aber dann keinen Bock mehr darauf und hab’s gelöscht«, erklärt Spill die Verzögerung. Kompromisslos, wie gesagt. Aber jetzt ist »Stein & Zwiebel« endlich fertig.
 
Psaiko.Dino
»Raop«, die Emulsion aus Rap und Pop, gab den Startschuss für die erfolgreiche Chimperator-Zeitrechnung. Mit »#hangster«, der eloquenten Wortschöpfung aus Hipster und Gangster – inklusive Hashtag für die »Generation Social Media« –, soll diese nun fortgeführt werden. Auf der Achse Stuttgart–Berlin scheint man mal wieder alles richtig anzugehen. »#hangster«, das Debüt-Album von Cros DJ Psaiko.Dino, ist kein DJ-Album. Es ist vielmehr das eines Produzenten, der aktuell nur eben vermehrt als DJ in Erscheinung tritt. Denn auch wenn man den sympathischen 28-Jährigen in den vergangenen Monaten zwischen Bühne und Club vor allem hinter den Plattenspielern zu Gesicht bekam, sind seine Fähigkeiten als Beatschmied kaum zu überschätzen. Anders gesagt: Psaiko Dino ist hauptberuflich DJ und im Herzen Produzent.
 
Jahresrückblick
Das HipHop-Jahr 2013: Es war ein ereignisreiches. Im umfangreichen Jahresrückblick beschäftigen sich unsere Autoren mit folgenden Themen:
»#shitpeoplewrite – Eine subjektive Presseschau« – von Ralf Theil
»HipHop Goes Mainstream« – von Daniel Schieferdecker
»In der elften Klasse hängengeblieben« – von Marcus Staiger
»Rap ist Krieg« – von Falk Schacht
»Feel The (Heart-)Beat« – von Daniel Schieferdecker
»Könige unter sich« – von Sascha Ehlert
»Der Gastarbeiter« – von Daniel Gerhardt
 
Weitere Themen der Ausgabe:
Grim 104
Credibil
Prinz Pi vs. The Beats
Max Herre
Frauenarzt
Leftboy
Main Attrakionz
Childish Gambino
Sylabil Spill
Mortis
Witten Untouchable
Psaiko Dino
Stepbrothers
M.I.A.
Hopsin
Dom Kennedy
Kool G Rap & Necro
IAM
Lefto
Fleur Earth & Suff Daddy
Pictorial: Houston Rap

Tracklist JUICE-CD #121
1. Marteria – »Kids (2 Finger an den Kopf) Kid Simius Remix« (prod. by The Krauts) JUICE EXCLUSIVE
2. Flo Mega feat Samy Deluxe – »Zeit« (prod. by Kraans de Lutin)
3. Credibil – »Will lieber« (prod. by M3) JUICE EXCLUSIVE
4. Witten Untouchable feat. Mistah Nice – »Was ich nicht mag« (prod. by Rooq) JUICE EXCLUSIVE
5. Sylabil Spill aka Der Radira – »Handelzone« (prod. by Sylabil Spill)
6. Karate Andi – »Tanz den Kachelmann« (prod. by 7 Inch) JUICE EXCLUSIVE
7. Fleur Earth & Suff Daddy – »Etagen« (prod. by Suff Daddy)
8. L-One, Grasime & D-Fekt – »Dreck« (prod. by L-One)
9. Luk & Fil – »Link« (prod. by Knowsum)
10. Kool G Rap & Necro – »We’ll kill you« (prod. by Necro)

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